Ärgernis «zvg»

Posted by Ausloser on August 24, 2010 in Rechtliches | 5 Comments

Jeder Fotograf kennt sie, die nichtssagende, honorarsparende Quellenangebe «zvg» – zur Verfügung gestellt – unter seinem Bild in der Zeitung. Ein Gräuel!

Wir fotografieren für unsere Kunden. Im Werkvertrag steht klipp und klar, dass der Kunde dafür zu sorgen hat, dass bei jeder vereinbarten Verwendung des Bildes eine ordentlich Quellenangabe unter Nennung des Fotografen zu erfolgen hat. Dann geht das Bild als jpg an die Redaktion der Zeitung, diese sieht zwar in den Metadaten, dass das Bild urheberrechtlich geschützt ist, sieht aber, da es ihr ja zur Verfügung gestellt wurde geflissentlich von einer Nennung des Fotografen ab weil sie damit Geld spart und schon steht da unter dem Bild «zvg». Natürlich schicken wir der Zeitung eine Rechnung. Diese leitet sie an die Person weiter, welche das Bild «zur Verfügung gestellt» hat, die wiederum reklamiert dann beim Fotografen weil sie der Meinung ist, das Bild ja bezahlt zu haben – was sie ja auch hat – aber nicht verstehen will, dass sie der Zeitung hätte sagen müssen, dass der Name des Fotografen unter das Bild gehört.

Das mag für Menschen, welche nicht davon leben, dass sie Bilder machen, etwas beckmesserisch tönen.  Aber ich garantiere Ihnen: Wenn Sie einen Artikel in der Zeitung schreiben, dann wollen auch Sie Ihren Namen dort sehen!

5 Responses

  1. admin
    20. August 2012

    Es kommt drauf an, was der Fotograf im Werkvertrag mit dem Kunden abgemacht hat. Wenn dort nicht ausdrücklich die honorarfreie Verwendung in der Zeitung erlaubt wird, so hat der Fotograf Anspruch auf ein Honorar. Nutzerin des Bildes ist in diesem Fall die Zeitung. Und die Kombination “Name des Fotografen/zvg” ist sehr unüblich.

  2. Johannes
    18. August 2012

    Wie steht es denn in diesem Fall:

    Ein Künstler erteilt einen Auftrag für Fotografie, erhält die Fotos und bezahlt. Er verwendet die Fotos für einen Flyer wie vereinbart.
    So weit, so gut. Nun erscheint in einer Tageszeitung ein paar Monate später eines der Fotos prominent in einem ganzseitigen Artikel im Kulturteil. Darunter steht der Name des Fotografen, daneben zvg. Gefragt hat den Fotografen aber niemand und ein Honorar hat er dafür von der Zeitung auch nicht erhalten. Hat der Fotograf Anspruch auf ein Honorar oder sind die Ansprüche mit dem ersten Auftrag abgegolten?

    Gruss
    Johannes

  3. admin
    19. Oktober 2011

    Selbstverständlich verschicke ich Rechnungen. SAB-Tarif plus 50% für fehlende Quellenangabe. Nur zu, die Redaktion muss zahlen und sie weiss das und zahlt auch.

    Das Problem ist, dass die Redaktion die Rechnung für das Bildhonorar an deinen Kunden weiterleitet. Und den willst du nicht verägern weil sonst der Folgejob flöten geht. Aber keine Bange: Ich habe lange mit Juristen vom Bundesamt für Geistiges Eigentum diskutiert und die Sachlage ist völlig klar: Die Redaktion muss vor der Veröffentlichung prüfen, ob sie das Bild verwenden darf und wenn sie es vewendet muss sie zahlen.

  4. Philipp Koch
    19. Oktober 2011

    Soeben habe ich mich auch tierisch genervt.
    Dann erscheint ein Bild heute bei «Blick am Abend» und neben dem Bild steht «ZVG» ….grrrrrrrrrrr………

    Hast du schon mal eine Rechnung an die Redaktion geschickt?
    Der Kunde von meinem Bild hat im Mail angegeben, wer der Fotograf vom Bild sei und dass dieser vermerkt werden soll. Doch nichts wurde eingehalten.

    Gruss
    Philipp

  5. odonata
    24. August 2010

    Die Zeitungen leben von gutem Bildmaterial. Meist ist das Foto der eyecatcher und verleiht einem Artikel die Aufmerksamkeit, überhaupt gelesen zu werden. Den Namen des Fotografen dabei “versehentlich“ nicht zu erwähnen gehört für mich in die Kategorie “sich mit fremden Federn schmücken“. Dabei wäre dieser kleine Beitrag der Zeitung das absolute Minimum als Gegenleistung für die unentbehrlichen Illustrationen.